Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
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Chefarzt Dr. med. Andreas Limberger Gefäßsprechstunde der Allgemein- und Viszeralchirurgie Montag von 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr Anmeldung im Sekretariat unter: Tel. 08252 94-220 email: chirurgie@kkh-sob.de
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Arterienverkalkung (wiss. Atherosklerose) ist ein Risiko für den ganzen Körper
Mit zunehmendem Lebensalter, eventueller Vorbelastung und ungesunder Lebensführung verlieren die Gefäße ihre Elastizität. Zusätzlich verengen sich die Arterien durch Ablagerungen. Bei dieser allmählichen „Verkalkung“ lagern sich Fett-, Kalk- und Eiweißbestandteile in der Gefäßwand ab. Diese sogenannten Plaques verengen das Gefäßrohr und schränken den Blutfluss ein.
Diese Plaques können leicht aufbrechen. Wenn das passiert, lagern sich Blutplättchen an der brüchigen Stelle an und ein Gerinnsel (Thrombus) entsteht. Wenn das Gerinnsel die Arterie verstopft oder mit dem Blutstrom fortgerissen wird und dann ein Gefäß an einer anderen Stelle blockiert, kommt es zu einer bedrohlichen Situation: Es kann zum gefürchteten Herzinfarkt, Schlaganfall oder einem hochakuten Gefäßverschluss im Bein führen.
Atherosklerose ist deshalb eine gefährliche Grunderkrankung, die viele Folgeerkrankungen verursacht.
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit befällt überwiegend die Arterien der unteren Extremität. Die Beschwerden der Betroffenen sind vom Stadium der Krankheit abhängig, und reichen von subjektiver Beschwerdelosigkeit (asymptomatisches Stadium) über belastungsabhängige Schmerzen mit Einschränkung der Gehstrecke (Claudicatio intermittens) bis hin zur amputationspflichtigen Gangrän. Rund 4,5 Millionen Menschen deutschlandweit leiden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Angiologie derzeit an einer PAVK. Die Gesamtprävalenz der PAVK liegt bei 3 - 10% und steigt ab einem Alter von 70 Jahren auf 15 - 20 % an.
Hauptrisikofaktoren für die Entstehung der Arteriosklerose in den Beinen sind Nikotinkonsum, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), hoher Blutdruck (arterielle Hypertonie), Fettstoffwechselstörungen und Vererbung.
Nach dem Schweregrad der Symptome wird die pAVK in verschiedene Stadien eingeteilt. Verbreitet sind die Klassifikation nach Fontaine und die Klassifikation nach Rutherford.
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Fontaine
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Rutherford
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Stadium
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Klinisches Bild
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Grad
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Kategorie
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Klinisches Bild
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I
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asymptomatisch
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0
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0
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asymptomatisch
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II a
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Gehstrecke > 200m
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I
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1
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leichte Claudicatio intermittens
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II b
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Gehstrecke < 200m
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I
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2
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mäßige Claudicatio intermittens
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I
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3
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schwere Claudicatio intermittens
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III
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ischämischer Ruheschmerz
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II
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4
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ischämischer Ruheschmerz
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IV
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Ulkus, Gangrän
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III
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5
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kleinflächige Nekrose
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III
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6
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großflächige Nekrose
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Diagnose der PAVK:
Die Diagnose sowie die Bestimmung des Schweregrades einer chronischen arteriellen Verschlusskrankheit stellt in der Regel keine Schwierigkeiten dar und kann in der Regel allein durch eine Befragung des Patienten im Rahmen einer Anamnese sowie durch eine körperliche Untersuchung gestellt werden. Ergänzende, insbesondere apparative Untersuchungsmethoden, spielen vor allem eine Rolle für die Therapieplanung bei einer höhergradigen arteriellen Verschlusskrankheit.
Folgende Untersuchungsmethoden kommen zum Einsatz:
Beispiel Knöchel-Arm-Index :Messung am Oberarm 120 mmHg, Messung am Unterschenkel 50 bzw. 60 mmHg. Der Knöchel-Arm-Index beträgt dann 0,5, was einer pAVK (peripheren arteriellen Verschlusskrankheit) im Stadium III-IV entspräche.
Viele Betroffene profitieren von der Teilnahme an einer sog. Gefäßsportgruppe. Hier erlernen Patienten mit Gefäßkrankheiten gemeinsam unter fachlicher Anleitung Übungen und Bewegungsabläufe, die die Behandlung effektiv unterstützen.
Operative, interventionelle Behandlung der pAVK:
Interventionelle Behandlung:
Ein Katheter ist ein langer Schlauch, der in das Gefäß eingeführt wird. Bei Verengungen und Verschlüssen des Gefäßes hat die Kathetertherapie (PTA = perkutane transluminale Angioplastie) als alleinige Maßnahme große Erfolge: Hier wird unter örtlicher Betäubung in der Leiste die Beinschlagader punktiert und ein Ballonkatheter im Gefäß durch die Verengung geschoben. Dort wird der Ballon mit einem Druck bis zu 12 ATÜ aufgeblasen, um die Kalkablagerung an die Gefäßwand zu pressen. Dadurch wird die Verengung beseitigt und das Blut kann wieder ungehindert fließen. Bei größeren Verschlüssen wird dabei gleichzeitig ein flexibles Drahtnetz (Stent) platziert, damit der Kalk nicht mehr ins Gefäßinnere hineinwachsen kann. So bleibt das Gefäß dauerhaft offen. Die PTA ist eine Behandlungsmethode, die so risikoarm und verträglich ist, dass sich immer mehr Patienten dafür entscheiden.
Kathetertherapie:
- risikoärmer als Operation
- ohne Narkose
- kurzer Krankenhausaufenthalt
- kann mehrfach wiederholt werden
Operation:
Eine Gefäßoperation wird erforderlich, wenn die schmerzfreie Gehstrecke nur noch kurz ist, Fuß oder Bein bei Ruhe schmerzen, kleine Wunden an der schlecht durchbluteten Stelle nicht mehr heilen und eine Kathetertherapie nicht möglich ist. Die verengte oder verschlossene Arterie kann dann durch eine Operation eröffnet werden oder es wird eine „Umleitung“ um die Engstelle gelegt (Bypass). Als Bypassmaterial wird eine körpereigene Vene oder ein Kunststoffschlauch verwendet. In Stadium II besteht keine akute Amputationsgefahr für das Bein. Auch nach einer erfolgreich durchgeführten Operation können sich Beingefäß oder Bypass wieder verschließen.
Deshalb entscheidet man sich in diesem Stadium nicht so leicht für eine Operation.
Bagatellverletzungen der Füße und Diabetes:
Selbst kleine Verletzungen, besonders an den Füßen, sind für einen PAVK-Patienten eine große Gefahr. Diabetiker sind noch mehr gefährdet.
Durch die schlechte Durchblutung heilen die verletzten Stellen so schlecht, dass nicht selten das umliegende Gewebe abstirbt.
Achten Sie peinlich genau auf Ihre Füße und schneiden Sie mit Vorsicht Ihre Zehennägel. Problemzonen sind zwischen den Zehen, an den Fußnägeln und an der Ferse. Der PAVK-Patient sollte den geschulten Fußpfleger aufsuchen.
Bei Verletzungen oder Verschlimmerung der Beschwerden sofort den Arzt aufsuchen.
Patienten der Allgemein- und Viszeralchirurgie können in der Ambulanz über das Sekretariat (Tel: 08252-94220) jederzeit auf Zuweisung aller niedergelassenen Kollegen vorgestellt werden.
Kontakt:
Chefarzt Dr. med. Andreas Limberger
Telefon: +49 (0)8252 94-220
Fax: +49(0)8252 94380
